Ine Vielnascher

Geboren 1966 in Wien, Österreich.
Ich lebe und arbeite in Wien.

Ich beschäftige mich seit meiner frühen Jugend mit den bildenden Künsten. Ausgehend von Zeichnung und Malerei entwickelte ich über die Jahre eine vielseitige künstlerische Praxis, die heute insbesondere Collage, experimentelle Druckgrafik und Mixed Media umfasst.

Im Rahmen meiner Ausbildung zur Kunsttherapeutin sowie an freien Kunstschulen vertiefte ich meine künstlerische Auseinandersetzung in zahlreichen Workshops und Kursen bei renommierten Künstler:innen und in autodidaktischem Selbststudium.

Dabei entstand eine eigenständige Arbeitsweise im Spannungsfeld von historischen und zeitgenössischen Bildwelten. Durch diese Überlagerungen entstehen poetische Bildräume, in denen Vergangenheit und Gegenwart, Vertrautes und Fremdes miteinander in einen Dialog treten.


Die Collage ist für mich eine Reise in verborgene Welten und eine Suche nach Verbindungen, Zusammenhängen und Geschichten.

Schicht für Schicht entsteht ein Bild, in dem sich Vorstellungskraft, Intuition und Fragen miteinander verbinden. Eigene Drucke, unterschiedliche Papiere und Materialien treffen auf Fragmente historischer Bilder und zeitgenössischer Fundstücke und neue Bildwelten entstehen, die zwischen Erinnerung, Wirklichkeit und Imagination schweben.

Bilder sind Teil unseres kulturellen Gedächtnisses. Historische Darstellungen, alte Grafiken, Buchseiten und Fotografien tragen Spuren ihrer Zeit. Ihre Bedeutung ist jedoch für mich nicht abgeschlossen. Ich löse Figuren, Symbole und Fragmente aus ihren ursprünglichen Bedeutungen heraus und setze sie in eine neue Welt, um ihre Geschichte fortzuführen.

Mich fasziniert der Moment, in dem ein vertrautes Motiv seine ursprüngliche Aussage verliert und sich für eine neue Bedeutung öffnet. Symbole und Mythen unterschiedlicher Zeiten und Kulturen begegnen sich vielleicht zum ersten Mal, treten miteinander in Beziehung und beginnen, etwas Neues zu erzählen. Die Collage wird dabei zum Ort der Transformation. Ein Bild ist für mich erst fertig, wenn ich den Zauber oder das Überraschende spüre.

Aus diesen neuen, ungewöhnlichen, mitunter irritierenden Kombinationen entstehen Bildwelten, die den Blick bereits im ersten Moment fesseln. Sie öffnen Räume, in denen man als Betrachterin oder Betrachter verweilen, Spuren folgen und immer neue Zusammenhänge entdecken kann. Je länger man hinsieht, desto stärker entfaltet sich eine eigene Magie: Das Bild beginnt zu erzählen, stellt Fragen und lädt dazu ein, sich auf seine vielschichtigen Bedeutungen einzulassen.